Unkraut? Essen!

Giersch, Klee, Ampfer ärgern den fürsorglichen Gärtner, die ordnungsliebende Gärtnerin. Niemand hat sie eingeladen, sich im Garten wohnlich einzurichten, aber das ist ihnen egal – freiwillig gehen sie nicht.

Naturnahe Gartenratgeber raten, die aufdringlichen Gäste doch einfach aufzuessen. Allen, die gerade einen heissen Nachmittag lang mit Winden gekämpft und Jakobsgreiskraut ausgerupft haben, entlockt ein solcher Ratschlag eher einen wütenden Tritt gegen die Grünguttonne oder ein hysterisches Auflachen als einen Heurekaschrei. Oder Sehnsucht nach einem Betonmischer, der die grüne Hölle in ein graues Paradies verwandeln möge.

 

Doch ich finde: es hat schon was mit dem Aufessen. In meinen naturnahen Garten herrscht schliesslich kein Mangel an Unkraut. Aber warum sollte man überhaupt Unkraut essen? Was bieten uns die Unkräuter?

Das Unkraut erobert die Gartenbeete
Das Unkraut erobert die Gartenbeete

 Die essbaren Unkräuter oder neutraler: Wildpflanzen   sind vitalstoffreich: sie haben mehr Mineralstoffe und Vitamine als Kulturpflanzen. Sie bieten eine geschmackliche Bereicherung durch ihre Würzigkeit, neue Geschmacksnuancen durch ihre Bitterstoffe und Herbheit.

 

Kein eigener Garten? Da bietet es sich an, entweder im Garten von Freunden zum freiwilligen Jätedienst anzutreten  das ist dann wohl eine Gewinn-Gewinn-Situation oder beim Spazierengehen in Wald und Wiese Unkräuter zu pflücken.

 

Dabei gelten folgende Regeln: Immer nur soviel mitnehmen, wie man gerade braucht, keine geschützten Arten (die findet ihr hier: Artenschutz), nicht beim Hundeklo und ganz wichtig nur solche Pflanzen sammeln, die man eindeutig identifizieren kann (dazu kann ich die Teilnahme an einer Kräuterexkursion wärmstens empfehlen).

Ich benutze gerne diese Bestimmungsbücher:
  • Essbare Wildkräuter und Wildbeeren für unterwegs (Kosmos-Verlag)
  • Der neue Kosmos-Heilpflanzenführer (Kosmos-Verlag)

Einfach zu erkennen und einen Versuch wert sind zum Beispiel:

  • Brennnessel: mehr dazu im Juni-Blog
  • Gänseblümchen: mehr dazu im März-Blog
  • Knoblauchsrauke: schmeckt leicht nach Knoblauch, für Salat und als Würzkraut
  • Löwenzahn: die Bitterstoffe in den Blättern sind gut für die Leber und können in den Salat gemischt werden.
  • Nachtkerze: Blüten als Dekoration
  • Rot-/Weissklee: die Blütenköpfe schmecken nach Honig, fein im Salat, ebenso wie die Blätter, Tee aus den Blüten stärkt die Abwehrkräfte
  • Sauerampfer: für Salat, leicht säuerlich
  • Spitzwegerich: in Salat oder Suppe (schmeckt gekocht nach Champignons)
  • Wilder Majoran: als Würzkraut

Was man so alles zubereiten kann aus Pflanzen, die man in der Natur und sogar in der Stadt findet:

  • Meret Bissegger: Meine wilde Pflanzenküche  (AT Verlag)
  • Anette Eckmann: Wild kochen (Christian Verlag)
  • Maurice Maggi: Essbare Stadt, Wildwuchs auf dem Teller (AT Verlag)
 

Gewisse Pflanzen wie die gemeine Ackerwinde breiten sich erst in bearbeiteten Böden so richtig aus, zum Beispiel in unseren Gartenbeeten. Hier fehlt die Konkurrenz durch andere Wildpflanzen, die sich gegenseitig in Schach halten. Dieselben Gewächse, die im Garten Unkraut heissen, sind ausserhalb davon einfach Pflanzen, sie stören nicht, sondern bilden als Teil unserer Flora zusammen mit vielen anderen eine durchmischtes und harmonisches Ganzes.


Monatsblatt Juli 2017 - erfrischende Pfefferminze

Die Pfefferminze wächst zwar auch wie Unkraut, und ist deshalb in Töpfen gut versorgt. Sie ist aber sicher beliebter und kann vielfältig genutzt werden. Um die Rezepte zu lesen, auf das Bild klicken, um es zu vergrössern.

 


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Kommentare: 3
  • #1

    Simone (Samstag, 29 Juli 2017 21:45)

    Toller Blog!

  • #2

    Priscilla (Sonntag, 30 Juli 2017 21:08)

    Einige von den Erwähnten wachsen in meinem Gärtchen... Ich denke, sie werden meinen Menüplan bereichern ;-) Merci für die tollen Tipps!

  • #3

    mp (Dienstag, 15 August 2017 17:08)

    Goeie raad met pepermunt,helpt!